Ich bin ein
Ludwigsbürger
Jens Kenserski

<< zurück

Ein Macher
am Puls der Zeit

Jahrgang 1975

Wohnt in Ludwigsburg-Hoheneck

Ist Geschäftsführer und Gründer der Kreativ- und Eventagentur Pulsmacher, war auch schon Industriekaufmann, Veranstalter von HipHop-Festivals und Bandpromoter

Engagiert sich dafür, dass die kulturelle Szene in Ludwigsburg blüht

Ich zettel was an

Seit kurzem gibt es einen Heimatminister in der Bundesregierung. Doch was für wen und warum Heimat ist, darauf gibt es unterschiedliche Antworten. Die Heimat von Jens  Kenserski ist Ludwigsburg. Nicht weil er dort aufgewachsen ist: „Ich komme aus Kornwestheim und bin dort mit Jungs aus allen Nationalitäten groß geworden.“  Doch seit  zwanzig Jahren lebt Kenserski, der umtriebige Kreative, Geschäftsführer und Inhaber der Agentur Pulsmacher,  in Ludwigsburg. Dort arbeitet er mit seinem Geschäftspartner und den rund 30 Mitarbeitern für Kunden wie das Staatsministerium, Daimler Bosch oder MHP. Es geht um Kommunikation, Werbung und Events bei den Pulsmachern.

 „Das ist meine Heimat. Hier konnte ich mich ausprobieren“, sagt Kenserski über seine Stadt.  „Ludwigsburg hat genau die richtige Größe: Es gibt unterschiedliche Szenen und eine Riesenvielfalt an Kultur, aber gleichzeitig ist die Stadt noch überschaubar und nicht anonym.“  Er war als Jugendlicher auch in Stuttgart in der HipHop-Szene unterwegs, war als Festivalveranstalter und Bandpromoter aktiv. In Ludwigsburg ist er tief in die Subkultur eingetaucht. „Das Scala war mein Eintritt in die Stadt“, sagt er. Dort hat er Kinokarten abgerissen, Thekendienst gemacht und inspirierende Menschen getroffen. Auch die Karlskaserne war für ihn ein wichtiger Ort der nachhaltigen Begegnungen.

»Done is better than perfect – Lieber mal loslegen als ewig nach der perfekten Lösung suchen«

„Reich und mächtig zu werden, das war  nie mein Ziel“, sagt Kenserski über sich. „Aber ich will mit  Leidenschaft bei der Arbeit sein, schließlich verbringe ich viel Zeit damit“, sagt der Vater zweier Kinder.  „Und das gelingt mir auch“, sagt der Kommunikationsexperte, der schnell denkt und mindestens so schnell spricht.  Mit 23 Jahren hat er zusammen mit seinem Partner Jochen Schroda im Film- und Medienzentrum als „Pulsmacher“ begonnen. „Dieser Start-Up-Geist in der alten Kaserne, das war damals etwas sehr besonderes. Dort konnten wir wachsen. Angefangen haben wir in einem Büro mit 40 Quadratmetern, am Schluss waren es 350.“ Jetzt ist die Agentur ins ehemalige EnBW-Verwaltungsgebäude umgezogen – vorübergehend, als Pop-Up-Store, in dem sich etwas Neues entwickelt, bis es woanders weiter geht. Das Start-Up-Gefühl als Konstante.

Kenserski schätzt  die  Unterschiedlichkeit der Kulturangebote in seiner Stadt: „Von den Schlossfestspielen zum Clubkonzert, hier gibt es alles.“ Er trägt auch selbst dazu bei. Etwa mit dem Festival für Straßenmusik im Blühenden Barock, das seit 2001 immer an Pfingsten für gute Stimmung sorgt.

In den eigenen Räumen veranstalten die Pulsmacher Vernissagen und Vorträge. Das Großraumbüro soll eine Begegnungsstätte sein, nicht nur für die Angestellten. Dass zu den Pulsmacher-Events auch mal die Verwaltungsspitze vorbeischaut, Oberbürgermeister Werner Spec oder Erster Bürgermeister Konrad Seigfried, das freut den Kommunikationsexperten Kenserski. „Die Stadtverwaltung ist offen und unterstützt unsere Ideen.“

Dass sich Ludwigsburg um die Gartenschau bemüht, findet Kenserski großartig. „Ein Grüngürtel in der Stadt statt der B27, das würde zeigen: Die Stadt gehört den Menschen, nicht den Autos. Wir Ludwigsburger müssen das Recht auf saubere Luft und auf Grün einfordern“, davon ist er überzeugt. Und auch selbst etwas dafür tun: Er fährt seit kurzem ein Elektroauto.

Text: Dorothee Schöpfer

Bilder: Benjamin Stollenberg